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Weltsparwochen: Blick zurück zeigt, wie günstig Immobilienkredite heute sind
Vor zwanzig Jahren lagen Bauzinsen oft beim Achtfachen, vor zehn Jahren beim Vier- bis Fünffachen der aktuellen Konditionen. Bei Abschluss im Jahr 2000 zahlten Darlehensnehmer im Interhyp-Beispiel über zehn Jahre für einen 300.000-Euro-Kredit insgesamt rund 172.000 Euro an Zinskosten, im Jahr 2010 nur noch 107.000 Euro, heute sind es 22.000 Euro. Immobilieneigentümern mit laufenden Darlehen rät Interhyp, das Zinstief für den Anschlusskredit zu nutzen und die Finanzierung von Bau oder Kauf einer Immobilie auch mit Blick auf künftige Zinssteigerungen auszugestalten.
- Vor zwanzig Jahren lagen Bauzinsen oft beim Achtfachen, vor zehn Jahren beim Vier- bis Fünffachen der aktuellen Konditionen
- Bei Abschluss im Jahr 2000 zahlten Darlehensnehmer im Interhyp-Beispiel über zehn Jahre für einen 300.000-Euro-Kredit insgesamt rund 172.000 Euro an Zinskosten, im Jahr 2010 nur noch 107.000 Euro, heute sind es 22.000 Euro
- Immobilieneigentümern mit laufenden Darlehen rät Interhyp, das Zinstief für den Anschlusskredit zu nutzen und die Finanzierung von Bau oder Kauf einer Immobilie auch mit Blick auf künftige Zinssteigerungen auszugestalten
Im Jahr 2000, als Interhyp als Online-Baufinanzierungsvermittler startete, lagen die Zinsen deutlich höher als heute. "Für zehnjährige Darlehen mussten Darlehensnehmer im Jahr 2000 oft mehr als 6 Prozent Zinsen zahlen", berichtet Mirjam Mohr. Die Kreditrate für einen Musterkredit mit zehnjähriger Zinsbindung und zweiprozentiger Tilgung über 300.000 Euro betrug rund 2.125 Euro pro Monat (bei Beispielzinsen von 6,5 Prozent). Über zehn Jahren wurden damit Zinskosten von rund 172.000 Euro fällig. "20 Jahre sind einerseits eine lange Zeit. Andererseits ist dies für viele private Kreditnehmer der Zeithorizont, den sie zur Rückzahlung der kompletten Immobilienfinanzierung benötigen. Viele, die jetzt ihren Traum vom eigenen Zuhause komplett abbezahlt haben, hatten ihren Erstkredit zu solchen, deutlich höheren Zinsen aufnehmen müssen", erinnert Mirjam Mohr. Von 2000 bis 2005 ging es dann abwärts mit den Baugeldzinsen, bedingt durch zunehmende wirtschaftliche Unsicherheiten und begleitet von Leitzinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB). So lag das Zinsniveau beim Baugeld im Jahr 2005 bei rund 4 Prozent und sogar darunter. "Viele Kreditnehmer freuten sich, dass sie mit 4 Prozent und weniger für damalige Verhältnisse historisch günstige Finanzierungszinsen erhielten", sagt Mirjam Mohr. Ab 2005 erhöhte die EZB den Leitzins langsam wieder, infolge eines stärkeren Wirtschaftswachstums und steigender Inflationserwartungen. In den Jahren 2007 und 2008 stieg das Niveau beim Baugeld wieder auf über 5 Prozent an. 2008 kam die Finanzkrise – und die Wirtschaft hatte mit den Folgen und Unsicherheiten zu kämpfen. Die Europäische Zentralbank setzte die Leitzinsen in mehreren Schritten herab, um die Wirtschaft zu stützen. Die Baugeldzinsen bei zehnjährigen Darlehen fielen erneut auf vier Prozent und darunter.
Die Darlehensrate für einen Musterkredit über 300.000 Euro mit 4 Prozent Zinsen betrug bei einer zweiprozentigen Anfangstilgung im Jahr 2010 rund 1.500 Euro im Monat – deutlich weniger als zur Jahrtausendwende. Die auf zehn Jahre zu zahlenden Zinskosten lagen bei 107.000 Euro. Es ging aber noch deutlich günstiger wie die weitere Entwicklung zeigte. Einen wesentlichen Grund für das Niedrigzinsniveau sieht Interhyp in der Geld- und Zinspolitik der EZB. "Finanz-Krise, Euro-Krise, Griechenland-Krise, Italien-Krise: Um der Vielzahl an Krisen Herr zu werden, die Inflation anzukurbeln und um die Konjunktur anzuheizen, setzte die Europäische Zentralbank seit langem auf eine Politik des billigen Geldes", sagt Mirjam Mohr. "Spätestens seit der Senkung des Leitzinses auf 0 Prozent im März 2016 können Häuslebauer Darlehen mit Zinsen um und unter ein Prozent rechnen." Retrospektiv betrachtet habe mit dem deutlich gesunkenen Zinsniveau nach 2010 auch die Zeit steigender Immobilienpreise begonnen.
Im März 2020 sind die Zinsen auf ein neues Allzeittief von rund 0,7 Prozent im Mittel gefallen und auch jetzt liegen sie nur knapp darüber, berichtet Interhyp. Zum Teil sind sogar Bestzinsen von unter 0,5 Prozent möglich. Die Monatsrate für einen Musterkredit über 300.000 Euro (0,8 Prozent) beträgt im Herbst 2020 bei einer zweiprozentigen Anfangstilgung nur noch 700 Euro. Die Zinskosten über 10 Jahre liegen dafür heute nur bei 22.000 Euro – einem Bruchteil der Kosten bei Abschluss im Jahr 2000.
Um die Zinsersparnis zu verdeutlichen, hat Interhyp in der Beispielrechnung immer mit der gleichen Anfangstilgung gerechnet. Der Rat der Finanzierungsexperten ist jedoch, heute eine höhere Tilgung zu wählen. Das sei möglich mit Raten, die nicht wesentlich über denen früherer Jahre liegen. Mirjam Mohr: "Unsere Daten zeigen, dass Kreditnehmer ihre Entschuldung im Blick behalten. Die anfängliche Tilgung bei Bauherren und Käufern ist in den letzten zwei Jahrzehnten von unter zwei im Mittel auf über drei Prozent gestiegen. Bei der Anschlussfinanzierung ist sie sogar von unter drei Prozent auf rund sechs Prozent gestiegen." Viel sparen im Vergleich zu früher könnten vor allem Eigenheimbesitzer mit Bedarf für eine Anschlussfinanzierung. Bauherren und Käufer sollten mit Blick auf hohe Kaufpreise und Darlehenssummen auf Sicherheit achten, zum Beispiel, indem sie günstige Zinsen mit langen Zinsbindungen festschreiben oder viel tilgen. "Der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass sich das Zinsniveau über die Jahre deutlich ändern kann", sagt Mirjam Mohr.
Grafik Zinsentwicklung für zehnjährige Darlehen, näherungsweise
Grafik Zinskosten im historischen Vergleich