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Rendite berechnen - lohnt sich die Immobilie als Kapitalanlage?
Eine Immobilie als Kapitalanlage gilt aus gutem Grund als sicheres Investment: Der Wert ist beständig und unterliegt den Schwankungen am Markt deutlich weniger als andere Kapitalanlagen wie beispielsweise Aktien. Zudem kann bei den meisten Immobilien von einer Wertsteigerung im Laufe der Jahre ausgegangen werden. Eine weitere zentrale Rolle spielt die Rendite, die anhand verschiedener Kennzahlen wie Kaufpreis, Zinssatz oder Mieteinnahmen berechnet wird. Sie verrät, wie gewinnbringend eine Immobilie ist und ob sich der Kauf tatsächlich lohnt.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Drei relevante Formeln liefern Ihnen eine realistische Kalkulation Ihrer Rendite.
- Eine sorgfältige Immobiliensuche ist die optimale Basis, um Top-Renditen zu erzielen.
- Der Mietpreismultiplikator unterstützt Sie bei der Einschätzung des Kaufpreises.
- Ihre Baufinanzierung können Sie als wirkungsvollen Renditehebel nutzen.
Drei Formeln zur Berechnung der Rendite
- Die Eigenkapitalrendite
- Die Objektrendite
- Die Nettomietrendite
Formel 1: Berechnung der Eigenkapitalrendite
Formel zur Berechnung der Eigenkapitalrendite:
Beispielrechnung Eigenkapitalrendite
- Anschaffungskosten 100.893 Euro
- Fremdkapitalanteil 50.000 Euro
- Eigenkapital 50.893 Euro
- Persönlicher Steuersatz 40 %
- Zinssatz Fremdkapital 2,6 % (1,56 % nach Steuern) für eine 15-jährige Zinsbindung
- Abschreibung jährlich 2 % auf die Anschaffungskosten des Gebäudeanteils in Höhe von 1.500 Euro
- Mietertrag jährlich 4.440 Euro
- Kosten für den Erhalt der Wohnung jährlich 420 Euro
Schritt 1: Berechnung der Steuer
Mietertrag - Kosten des Unterhalts - Abschreibung - Zins = Netto-Mietertrag x Steuersatz = Steuer | 4.440 Euro 420 Euro 1.500 Euro 1.300 Euro 1.220 Euro 40 % 488 Euro |
Schritt 2: Übernahme der Steuerlast
Mietertrag - Kosten des Unterhalts - Zins - Steuern = Netto-Mietertrag nach Steuern | 4.440 Euro 420 Euro 1.300 Euro 488 Euro 2.232 Euro |
Schritt 3: Berechnung der Eigenkapitalrendite
Netto-Mietertrag nach Steuern / gebundenes Eigenkapital = Eigenkapitalrendite | 2.232 Euro 50.893 Euro 4,39 % |
Formel 2: Berechnung der Objektrendite
Formel zur Berechnung der Objektrendite:
Beispielrechnung Objektrendite
- Anschaffungskosten 100.893 Euro
- Mietertrag jährlich 4.440 Euro
- Kosten für den Erhalt der Wohnung jährlich 420 Euro
- Abschreibung jährlich 2 % auf die Anschaffungskosten des Gebäudeanteils in Höhe von 1.500 Euro
Schritt 1: Berechnung der Steuer (ohne Berücksichtigung eventueller Finanzierungskosten)
Mietertrag - Kosten des Unterhalts - Abschreibung = Netto-Mietertrag Davon 40 % Steuer | 4.440 Euro 420 Euro 1.500 Euro 2.520 Euro = 1.008 Euro |
Schritt 2: Berechnung der Objektrendite
Mietertrag - Kosten des Erhalts - Steuer = Netto-Mietertrag nach Steuern / Anschaffungskosten = Objektrendite | 4.440 Euro 420 Euro 1.008 Euro 3.012 Euro 100.893 Euro 2,99 % |
Formel 3: Berechnung der Nettomietrendite
In der Nettomietrendite sind die Finanzierungskosten und der individuelle Steuersatz nicht berücksichtigt. Betrachten Sie sie deshalb in Ihrer Gesamtplanung nur als Einschätzung. Bei der weiteren Kalkulation unterstützt Sie unser Kapitalanlagerechner.
Formel zur Berechnung der Nettomietrendite:
Beispielrechnung Nettomietrendite
Auch dieses Beispiel geht von Anschaffungskosten von insgesamt 100.893 Euro, einem Mietertrag i.H.v. 4.440 Euro und von Erhaltungskosten i.H.v. 420 Euro aus.
Schritt 1: Ermittlung des Jahresreinertrags
Mietertrag - Kosten des Erhalts = Jahresreinertrag (vor Steuer und Abschreibung) | 4.440 Euro 420 Euro 4.020 Euro |
Schritt 2: Berechnung der Nettomietrendite
Jahresreinertrag (vor Steuer und Abschreibung) / Anschaffungskosten = Nettomietrendite | 4.020 Euro 100.863 Euro 3,99 % |
Zum Vergleich: Berechnung der Bruttomietrendite
Die Bruttomietrendite wird vereinfacht berechnet. Die Nebenkosten für die Anschaffung sowie die Kosten für die Vermietung werden nicht berücksichtigt. Formel: Mietertrag / Kaufpreis (ohne Nebenkosten) x 100
4.440 Euro / 90.000 Euro = 4,93 % (Bruttomietrendite)
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Der Mietpreismultiplikator zur Einschätzung des Immobilienpreises
Kostenfrei in wenigen Schritten den Immobilienwert ermitteln
Allerdings ist es auch hier wichtig, genau hinzusehen: Der Mietpreismultiplikator berücksichtigt weder die Lage noch die potenzielle Vermietbarkeit einer Immobilie. In weniger beliebten Regionen kann bereits ein Mietpreismultiplikator von 15 hoch sein, da mit Leerständen oder mit Vermietungen zum reduzierten Preis gerechnet werden muss. In begehrten Gegenden wie den Metropolregionen um München oder Hamburg kann der Mietpreismultiplikator hingegen auch bei über 30 liegen. Hier ist von konstanter Vermietung, von steigenden Mieteinnahmen und von einer sehr positiven Entwicklung des Immobilienwerts auszugehen, wodurch sich diese hohe Zahl relativiert.
Formel zur Berechnung des Mietpreismultiplikators:
Beispielrechnung Mietpreismultiplikator
Kaufpreis: 200.000 Euro / Netto-Jahreskaltmiete: 8.400 Euro = Mietpreismultiplikator: 23,81
Tipp
Mit der passenden Immobilie zur Top-Rendite: Tipps zur Objektauswahl
Die drei großen L: Lage, Lage, Lage
Die Lage gilt aus gutem Grund als die Königsdisziplin bei der Immobiliensuche. Optimal für die Vermietung sind in der Regel Wohnungen in einer ruhigen Gegend zum Wohlfühlen, die gleichzeitig stadtnah und gut angebunden an das Verkehrsnetz ist. Kommen ein begrenztes Wohnungsangebot und eine entsprechend hohe Nachfrage dazu, können Sie dauerhaft mit einer guten Rendite rechnen.
Tipp
Gepflegter Zustand, hohe Qualität
Achten Sie auf Baujahr und -stil, auf die Qualität und den Zustand Ihrer Wunschimmobilie. Wirkt diese eher ungepflegt oder sogar sanierungsbedürftig, ist eine Vermietung in der Regel schwierig – die Rendite kann dadurch niedriger ausfallen. Gepflegte Immobilien mit einer zeitgemäßen Gebäudetechnik und hoher Energieeffizienz wecken hingegen das Interesse potenzieller Mieterinnen und Mieter. Hier können Sie mit einer guten Rendite Ihrer Immobilie als Kapitalanlage rechnen.
Vorsicht bei Renditeversprechen
Renditeprognosen in Verkaufsanzeigen basieren meist auf der Berechnung der Bruttomietrendite. Um eine realistische Einschätzung zu erhalten, sollten Sie stets eine Vergleichsberechnung der Nettomietrendite erstellen. Beachten Sie außerdem, dass Renditeversprechen als Verkaufsargument immer den Idealfall zeigen. Eventuelle Risiken werden ausgeklammert.
Die Baufinanzierung als Renditehebel
Wertentwicklung in Ihrer Region per PLZ-Suche ermitteln
Insbesondere in Regionen mit einer sehr guten Wertentwicklung kann sich die Investition in eine Immobilie auch dann lohnen, wenn die Rendite durch die Finanzierung geschmälert wird. Zum einen kann in diesen begehrten Lagen von steigenden Mieten ausgegangen werden, wodurch sich die Differenz von Zins und Rendite im Laufe der Zeit reduziert. Zum anderen gleicht sich der Verlust der Rendite während des Finanzierungszeitraums durch die Wertsteigerung der Immobilie aus.