Durch eine Senkung der Grunderwerbsteuer würden Käufer erheblich Geld einsparen.
(München, 21.11.2019) Bei einer niedrigeren Grunderwerbsteuer hätten Immobilienkäufer monatlich spürbar mehr Geld in der Tasche. Experten des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI) haben für den Postbank Wohnatlas 2019 eine Modellrechnung für eine durchschnittliche 70-Quadratmeter-Wohnung durchkalkuliert. Dabei haben sie errechnet, dass Käufer bei einer Grunderwerbsteuer von einheitlich zwei Prozent in 23 von insgesamt 401 deutschen Kreisen monatlich mindestens 40 Euro mehr im Portemonnaie hätten. In jedem vierten Kreis seien es mindestens 30 Euro. Am meisten würden laut HWWI Käufer in den Großstädten profitieren. So haben die Forscher für Frankfurt am Main eine Ersparnis von monatlich 76 Euro errechnet, für Düsseldorf knapp 64 Euro und Berlin 63 Euro. "Besonders Familien, die von den eigenen vier Wänden träumen, würde eine Entlastung bei der Grunderwerbsteuer enorm helfen", kommentierte Eva Grunwald, Leiterin Immobiliengeschäft bei der Postbank, die Studie. Denn Familien mit Kindern suchten meist größere Wohnungen als die in der Modellrechnung herangezogenen 70 Quadratmeter. Und die Nebenkosten stiegen mit der Quadratmeterzahl und dem Wohnungspreis.
Das Münchner ifo-Institut kommt in einer aktuellen Marktforschung zu dem Ergebnis, dass vor allem Immobilienverkäufer durch eine hohe Grunderwerbsteuer belastet würden. Denn diese führe zu einer Verringerung der Immobilienpreise. Somit müssten die Immobilienkäufer zwar die Steuer zahlen, profitierten aber gleichzeitig von geringeren Kaufpreisen für Immobilien. "Da die Grunderwerbsteuer von den Käufern einer Immobilie zu zahlen ist, verringert sie deren Zahlungsbereitschaft", erklärte ifo-Präsident Clemens Fuest hierzu. Verkäufer zahlten sogar überproportional drauf: Lege der Steuersatz um einen Prozentpunkt zu, so sänken die Immobilienpreise im Schnitt um etwa 3,5 Prozent.
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